Segway versus Ninebot - Wie erklärt sich der Preisunterschied
Segway versus Ninebot – Was sind die Unterschiede?

Der Ninebot Elite

Dieser smarte Chinese macht viele Segway-Freunde neugierig. Der Ninebot Elite sieht nicht nur sehr gut aus, er ist mit rund 3.500€ auch wesentlich preiswerter als ein Segway und man bekommt sogar eine Straßenzulassung. Ist das jetzt der „Segway-Killer“? Zeit, sich das Teil etwas genauer anzuschauen und einen Vergleich zu wagen. Ich sage es vorweg – der Ninebot Elite lohnt sich in Betracht zu ziehen. Hier die Details.

Design und Eigenschaften

Es gibt ihn in weißer und in schwarzer Ausführung. Er ist mit 20 km/h Höchstgeschwindigkeit genauso schnell wie der Segway und dabei wiegt er nur 24 kg. Das ist etwa halb so leicht wie ein Segway. Damit kann der Ninebot Elite wesentlich leichter im Auto oder im Wohnmobil mitgenommen werden, auch die Lenkstange läßt sich mit einem Handgriff leicht lösen – alles sehr praktisch und gut durchdacht. Was mir auch gefällt, ist die Bluetooth-Anbindung an eine eigene Smartphone-App von Ninebot, die „Ninedroid“ genannt wird. Über diese App lassen sich alle wichtigen Daten Deines Ninebot Elite abrufen.

Smartphone-App

Was die Sicherheit angeht, hat sich sich Ninebot etwas Gutes einfallen lassen: So kannst Du nach dem Kauf nicht einfach aufsteigen und losfahren, sondern Du durchläufst zuerst ein Sicherheitstraining. Dabei werden Dir auf dem Smartphone schrittweise Übungen gezeigt, die liebevoll animierte Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt zum Beispiel das richtige Aufsteigen und Absteigen, Anfahren und Bremsen, das auf der Stelle wenden und so weiter. Erst nachdem Du diese Übungen erfolgreich gemeistert hast, wird der Ninebot freigeschaltet. Diese Form der Selbsterklärung ist sehr zeitgemäß und sehr clever.

Diese Unterschiede solltest Du kennen

Volle Redundanz beim Segway. Der mit rund 9.000 EUR mehr als doppelt so teure Segway wurde von Dean Kamen im Jahr 2001 so entwickelt, dass die Balance in allen Lebenslagen unbedingt stabil bleibt. Aus dem Grund wurden in den Segway zwei voneinander unabhängige Systeme installiert, die sich gegenseitig kontrollieren. Es befinden sich zwei räulich getrennte Platinen im Inneren des Segway. Bei einem technischen Defekt sorgt das jeweils andere System weiterhin für Stabilität und Sicherheit des Fahrers. Die Wahrscheinlichkeit des „Umfallens“ ist daher gegen Null, eben auch dann, wenn mal etwas kaputt geht. Man nennt diese Bauweise „redundant“. Du kennst den Begriff vielleicht vom Flugzeugbau. Flugzeuge sind die bekanntesten Beispiele für redundante Systeme. Neben der doppelten Balance-Elektronik hat der Segway auch 2 Akkus, statt nur einem Akku, wie der Ninebot Elite. Akkus sind die „Achillesferse“ jedes Elektromobils. Fällt eines von 2 Akkus aus, sorgt beim Segway das andere Akku für die Aufrechterhaltung der Stromversorgung. Das gleiche redundante Prinzip.

Das Innenleben des Segway hat 2 redundante Systeme
Segway hat 2 vollredundante Systeme

Semiredundanz beim Ninebot Elite – Auch der Ninebot Elite hat eine Redundanz und der Hersteller wirbt damit. Es ist nur so, dass sich die Redundanz beim Ninebot auf bestimmte wichtige Kernelemente beschränkt, die auf einer einzigen Platine, nicht auf 2 Platinen, verbaut sind. Sollte es zu Kurzschlüssen durch Feuchtigkeit oder unkontrollierte Wärmeentwicklung kommen, wäre die gesamte Platine gefährdet. Dann nutzen die doppelt vorhandenen Elemente unter Umständen nicht viel. Nach Meinung von Experten ist diese Form der Redundanz keine echte Redundanz, sondern ein preiswerter Kompromiss. Deshalb sage ich dazu „semiredundant“.

Innenleben des Ninebot Elite
Innenleben des Ninebot Elite

Das Ninebot-Akku.

Ähnlich ist es auch bei dem einen Akku des Ninebot. Es ist ein explosionsicheres LiFePo-Akku mit zwei Kammern. Das heisst, die Akkuzellen sind auf 2 Bereiche verteilt und bieten so einen gewissen Schutz. Falls Zellen in einem Bereich ausfallen, sind die anderen nicht betroffen. Solche Fehler werden auch auf der SmartphoneApp angezeigt. Rein praktisch kann man auch diese Idee als preiswerten Kompromiss bezeichnen, im Ansatz ist es richtig, aber eben nicht 100% sicher. Genannten Nachteile werden etwas ausgeglichen, wenn man weiß, dass die Taktfrequenz, mit der die Messungen der Gravitationsmessinstrumente ausgewertet werden, mit 200Hz doppelt so schnell ist, wie beim Segway.

Weitere Unterschiede sind eine geringere Reichweite vom 30 km gegenüber 39 km. Ebenso hat der Ninebot Elite eine geringere Bodenhaftung, weil er nur 24 kg wiegt und 5 cm rechts uns links schmaler ist. Diese Instabilität merken besonders Fahrer, die den Segway kennen, ganz besonders das Verhalten in Kurven ist anders. Und die Steigfähigkeit ist auch geringer, diese liegt bei 20 Grad, der Segway schafft 33 Grad.

Ist die Technik des Segway „übertrieben sicher“?

Die selbst-stabilisierende Balancetechnik ist die Kernfunktion eines jeden Balance-Rollers. Balance-Abbrüche sind daher ein „No-go“. Was das betrifft, sind die Eigenschaften des original Segways bisher unerreicht. Das betrifft Fahrten bei jedem Wetter, mit schweren Personen, in Schräglagen, auf Kopfsteinpflaster und beim Meistern von Schlaglöchern. Deshalb setzen kommerzielle Veranstalter von Touren auch heute noch auf den Segway. Dennoch bietet der Ninebot Elite auf einem angenehm niedrigeren Preisniveau sehr gute Sicherheitseigenschaften und seine Technik ist auf dem heutigen Stand. Die Frage ist also, was Sie bereit sind, Geld auszugeben oder Kompromisse einzugehen.

Fazit – Ninebot ist eine Alternative

Ja, der Ninebot Elite ist eine stylische und preiswerte Alternative zum Segway, die für die meisten privaten Anwendungen oder im innerbetrieblichen Bereich. Wer die Eigenschaften kennt und weiß, dass er die Technik mit seiner Fahrweise nicht überfordern darf, erhält pures Segway-Fahrgefühl für die Hälfte des Preises eines Segway. Die Straßenzulassung für Deutschland rundet das ganze ab.

Ninebot Elite versus Segway i2SE
Share
Markiert in:            

Ein Gedanke zu „Ninebot Elite versus Segway i2SE

  • Hallo Spezialisten,
    wie viele quäle ich mich mit der Entscheidung, z.B. einen neuen Ninebot Elite oder einen gebrauchten Segway zu kaufen.
    Was ist Eure Meinung?
    Ich bin ein großer Kerl, 190 und wiege 100kg, habe auf dem zu fahrenden Weg ein Stück mit 200m 3-5Grad Steigung, dann ein sehr steiles Stück mit 80m lang 13-17 Grad.
    Schafft das der Ninebot überhaupt in der Realität(Werksangabe ja bis 20 Grad) oder fliegt mir da der Akku um die Ohren?
    Preislich interessantvwäre ja auch der Beeper Road City Road oder ein Ninebot 320 Street(scheint aber kleiner zu sein). Sind die Schrott?

Schreibe einen Kommentar

Share
Share

Danke, dass Du da bist!

Bevor Du die Seite verlässt, habe ich noch ein kostenloses E-Book mit 97 Seiten Insiderwissen als Geschenk für Dich.
ZUM ANGEBOT
* Wir halten uns an den Datenschutz

Sommeraktion 2017

► 12%€ günstiger als regulär
► Komplettausstattung
► Aluräder mit Michelin-Bereifung        
HIER klicken
* gilt nur bis 31.07.2017